Reichling's Blog

Radikal im Recht

Posted in Sonstiges by reichling on 03/11/2012

oder von Guttenberg lässt grüßen

Einige erinnern sich sicherlich noch an die Plagiat-Affaire im Zusammenhang mit der Doktorarbeit von von Guttemberg, der deshalb von seinen politischen Ämtern zurücktreten musste.

Abschreiben ist jedoch nicht nur auf Politiker und einige andere Doktorranden beschränkt.

Vor einigen Jahren ist ein Buch mit dem schönen Titel erschienen:
„IPD, Nicht Rechts-Radikal Nicht Links-Radikal sondern Radikal im Recht!

Autor war der im Sommer 2010 verstorbene Gründer und langjährige Vorsitzende der Interimpartei Deutschland – Das Reicht!, Edgar Romano Ludowici, der sich auch nach einem bei Ebay gekauften Grafentitel „Graf von Roit zu Hoya“ genannt hatte. Außerdem schmückte er seinen Namen mit dem Titel Ph. D., einen US-amerikanischen Doktortitel von der Cosmopolitain-Universtiy, die nicht durch Lehre und Forschung, sondern durch den Verkauf von akademischen Titeln bekannt geworden ist.

In diesem Buch untersuchte Ludowici eingehend die Rechtslage in Deutschland und kam zu für den Bestand der Bundesrepublik Deutschland niederschmetternden Ergebnissen.

Seit kurzer Zeit bin ich in Besitz einer Ausgabe dieses Buches, und ich hab mir die Zeit genommen, es von vorne bis hinten zu lesen.

So wie es sich gehört, steht am Anfang das Inhaltsverzeichnis.

Vorwort

1. Die Kapitulation des Deutschen Reiches

2. Beschlagnahme des Deutschen Reiches mit Fortbestand

3. Militärregierung (SHAEF-Gesetze) und Siegerjustiz

4. Besatzungsvorbehalt

5. Schaffung eines Besatzungskonstrukts BRD

6. Berlin ist kein BRD-Bundesland

7. Schaffung eines Besatzungskonstrukts DDR

8. Oktroyiertes Grundgesetz ist Besatzungsrecht

9. Besatzungskonstrukt eignet sich völkerrechtswidrig Staatsvolk an

10. Besatzungskonstrukt annektiert Reichsteilgebiete und -vermögen

11. Mitgliedschaft der BRD in der UNO in Feindschaft zum Deutschen Reich

12. Irreführung der 2plus4-Verhandlungspartner durch BRD-Organe

13. Einigungsvertrag zwischen DDR und BRD ist nichtig

14. Verträge zur Regelung bestimmter Fragen sind nichtig

15. Der Friedensvertrag für Deutschland wird verhindert

16. Die vorgesehene Verfassung für Deutschland wird verhindert

17. Art. 23 GG wird mit Wirkung zum 18.7.1990 aufgehoben

18. Die BRD wäre nach Art. 139 GG weiterhin nicht souverän

19. Der Beitritt der neuen Bundesländer war gemäß Art. 23 GG nicht möglich

20. Die neuen Länder gab es völkerrechtlich am 18.10.1990 nicht

21. BRD und DDR-Geborene sind Staatsangehörige des Deutschen Reiches

22. Die BRD ist völkerrechtich mangels Staatsangehörigkeit erloschen

23. Die BRD will mit allen Mitteln die Handlungsfähigkeit des DR verhindern

24. Das Grundgesetz wird rechtsstaatswidrig zur Verfassung umgedeutet

25. BRD verwendet illegal Reichswappen und -Gesetze zur Irreführung

26. Das Wahlrecht zum Bundestag und die Gesetzgebung sind illegal

27. Der Wesensgehalt des Grundgesetzes in der BRD wird beseitigt

28. Die Normallage in der BRD ist weggefallen, Rechtsbehelfe sind nutzlos

29. Die Verweigerung der Rechtsstaatlichkeit verstößt gegen EU-REcht

30. Die Verweigerung der Rechtsstaatlichkeit verstößt gegen UN-Recht

31. Die Pflicht zum Gehorsam wäre auch nach Art. 20 (4) GG beendet

32. Die Weimarer Verfassung gilt weiterhin

33. Handlungen für das Deutsche Reich in Geschäftsführung ohne Auftrag

34. Die Erzwingung des Deutschen Rechtsstaates ist Pflicht jedes Deutschen

35. Zuständigkeit des BverfG nach Art. 100 und 126 GG

36. BRD verweigert Rechtswegegarantien nach internationalem Recht

37. Verfassungsinitiativen als Ausweg nach Art. 146 GG, bzw. Völkerrecht

Das Buch ist also in genau 37 Abschnitte unterteilt. Die Zahl 37 kam mir doch irgendwie bekannt vor.

Als ordentlicher Leser begann ich mit dem Vorwort. Und da heißt es im ersten Absatz:

Liebe Leserin, lieber Leser,

das vor Ihnen liegende Buch ist das Ergebnis jahrelanger Recherche und abenteuerlicher Erfahrungen. Einer der Mitautoren, Dr. Jürgen-Michael Wenzel, hat an eigenem Leib zahlreiche Rechtsbeugungen erduldet und diverse Prozesse gegen kriminell operierende Instanzen geführt, um am Ende die Rechtstaatlichkeit in unserem Lande gänzlich zu bezweifeln. Die in diesem Buch zusammen getragenen Fakten zeigen ein düsteres Bild der Deutschen Justiz…..

Da ist es mir wieder eingefallen. Jürgen Michael Wenzel hat vor einigen Jahren auf seiner Internetseite das seiner Ansicht nach vorhandene Legitimationsdebakel der Bundesrepublik Deutschland in 37 Punkten zusammengestellt.

Auf seiner Webseite ist eine Veröffentlichung der Justizopfer-Initiative Clausthal zu finden mit dem Titel „betrogen im IV. Reich – im Namen des Volkes“. Und da heißt es:

JOIe Justiz-Opfer-Initiative Clausthal für:
VIV – Virtueller Internet Verlag, Clausthal

Postfach 1222, D – 38 670 Clausthal-Zellerfeld

Dr.-Ing., Dipl.-Wirtsch.-Ing. Jürgen-Michael Wenzel

Teil I: Das Legitimationsdebakel der BRD

8. Auflage 1/2007

 In dieser Veröffentlichung ist der Name „Ludowici“ oder auch „von Roit“ an keiner Stelle zu finden. Man muss also davon ausgehen, dass der gesamte Text alleiniges Werk von Wenzel ist.

Auch hier gibt es ein Inhaltsverzeichnis:

                            Vorbemerkung

Punkt 01:            Die Kapitulation

Punkt 02:            Beschlagnahme des Deutschen Reiches mit Fortbestand

Punkt 03:            Militärregierung (SHAEF-Gesetze) und Siegerjustiz
Punkt 04:            Besatzungsvorbehalt
Punkt 05:            Schaffung eines Besatzungskonstrukts BRD
Punkt 06:            Berlin ist kein BRD-Bundesland
Punkt 07:            Schaffung eines Besatzungskonstrukts DDR

Punkt 08:            Oktroyiertes Grundgesetz ist Besatzungsrecht und keine Verfassung
Punkt 09:            Besatzungskonstrukt BRD eignet sich völkerrechtswidrig Staatsvolk an
Punkt 10:            Besatzungskonstrukt annektiert Reichsteilgebiete und –vermögen

Punkt 11:            Mitgliedschaft der BRD in der UNO in Feindschaft zum Deutschen Reich
Punkt 12:            Irreführung der 2plus4-Verhandlungspartner durch BRD-Organe
Punkt 13:            Einigungsvertrag zwischen DDR und BRD ist nichtig
Punkt 14:            Verträge zur Regelung bestimmter Fragen sind nichtig
Punkt 15:            Ein Friedensvertrag für Deutschland wird umgangen
Punkt 16:            Die vorgesehene Verfassung für Deutschland wird verhindert

Punkt 17:            GG Art. 23 wird mit Wirkung zum 18.07.1990 aufgehoben
Punkt 18:            Die BRD ist nach GG Art. 139 weiterhin nicht souverän
Punkt 19:            Der Beitritt der neuen Bundesländer nach GG Art. 23 war nicht möglich
Punkt 20:            Die neuen Länder gab es völkerrechtlich am 03.10.1990 noch nicht
Punkt 21:            BRD- und DDR-Einwohner sind Staatsangehörige des Deutschen Reiches
Punkt 22:            Die BRD ist völkerrechtlich mangels Staatsangehörigen erloschen
Punkt 23:            Die BRD will mit allen Mittel die Handlungsfähigkeit des DR verhindern
Punkt 24:            Das Grundgesetz wird rechtsstaatswidrig zur Verfassung umgedeutet

Punkt 25:            BRD verwendet illegal Reichswappen und –Gesetze zur Irreführung
Punkt 26:            Das Wahlrecht zum Bundestag und die Gesetzgebung sind illegal
Punkt 27:            Der Wesensinhalt des Grundgesetzes in der BRD wird beseitigt
Punkt 28:            Die Normallage ist in der BRD weggefallen, Rechtsbehelfe sind nutzlos
Punkt 29:            Die Verweigerung der Rechtsstaatlichkeit verstößt gegen EU-Recht

Punkt 30:            Die Verweigerung der Rechtsstaatlichkeit verstößt gegen UN-Recht
Punkt 31:            Die Gehorsamkeitspflicht wäre auch nach GG Art. 20 (4) beendet
Punkt 32:            Die Weimarer Verfassung gilt weiterhin
Punkt 33:            Handlungen für das Deutsche Reich in Geschäftsführung ohne Auftrag

Punkt 34:            Die Erzwingung des deutschen Rechtsstaates ist Pflicht jedes Deutschen
Punkt 35:            Zuständigkeit des BVerfG nach GG Art. 100 und 126
Punkt 36:            BRD verweigert Rechtsweggarantien nach internationalem Recht

Punkt 37:            Verfassungsinitiativen als Ausweg nach GG Art. 146, bzw. Völkerrecht

37 Punkte also, soviel wie das Buch Kapitel hat. Die Reihenfolge der Buchkapitel und der Punkte bei Wenzel stimmen überein. Und sie sind auch wortgleich. Nein, nicht ganz. Ein paar Ausnahmen gibt es.

Bei 1 heißt es bei Ludowici: „Die Kapitulation des Deutschen Reiches“, Wenzel begnügt sich mit „Die Kapitulation“;

bei 8 schreibt Ludowici: „Okroyiertes Grundgesetz ist Besatzungsrecht“ und Wenzel geht noch ein Stück weiter: „Oktroyiertes Grundgesetz ist Besatzungsrecht und keine Verfassung“;

15 bei Ludowici: „Der Friedensvertrag für Deutschland wird verhindert“ und bei Wenzel: „Der Friedensvertrag für Deutschland wird umgangen“;

18 bei Ludowici: „Die BRD wäre nach Art. 139 GG weiterhin nicht souverän“ und bei Wenzel: „Die BRD ist nach Art. 139 GG weiterhin nicht souverän“;

20 bei Ludowici: „Die neuen Länder gab es völkerrechtlich am 18.10.1990 nicht“ und bei Wenzel: „Die neuen Länder gab es völkerrechtlich am 03.10.1990 noch nicht;
Der Unterschied in Punkt 20 dürfte darauf zurückzuführen sein, dass Ludowici ein Tippfehler unterlaufen ist. Und stärkt die Vermutung, dass Ludowici von Wenzel abgeschrieben hat. Im Buch selbst ist in der Kapitelüberschrift der 3.10.1990 angegeben;

35 bei Ludowici: „Zuständigkeit des BverfG nach Art. 100 und 126 GG“ und bei Wenzel: „Zuständigkeit des BverfG nach GG Art. 100 und 126“.

Wenn man das Buch genau mit der Internetseite von Wenzel vergleicht, merkt man, dass Ludowicis Buch vollständig mit dem Text seines Mitautors Wenzel übereinstimmt. Die Leistungen des Hauptautors Ludowici beschränkten sich auf das Weglassen einiger Abschnitte des Textes, vielleicht, um die Seitenzahl zu begrenzen. Sogar die Rechtschreibefehler im Buch stimmen mit denen Wenzels überein.

Es drängt sich dadurch einem unbefangenen Leser der Verdacht auf, dass Ludowicis Buch, das für 50 Euro im Internet angeboten wird, ein einziges Plagiat ist. Und eine enge Verbindung von Ludowici, der jede Reichsregierung ablehnte, seit er IPD-Vorsitzender ist, und dem Reichsjustizminister der Exilregierung, ist auch nur schlecht vorstellbar. Es fällt auch auf, dass Ludowici bei Wenzel keine Rolle spielt und Ludowici Wenzel im Vorwort als einen der Mitautoren erwähnt hat.

Es soll sich jeder selbst darüber seine Gedanken machen. Ich werde später auf die Aussagen des Buches und der Seite Wenzels eingehen und zeigen, dass man ein derart hochjuristisches Buch auch ohne juristische Grundkenntnisse zustande bringen kann. Juristisches Wissen wäre sogar kontroproduktiv. Man könnte ja dann nicht mehr sein eigenes Rechtssystem anwenden. Bei Behörden und vor Gericht kommt man mit dem nämlich nicht durch.

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3 Antworten

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  1. Senatssekretär said, on 03/11/2012 at 13:20

    Na, bin ich ein Mal gespannt, und werd Dich gern empfehlen!

    • reichling said, on 02/10/2013 at 08:19

      Danke für den Link. Die verlinkte Seite zeigt wunderbar, dass der eigentliche Autor des Buches „Radikal im Recht“, Jürgen-Michael Wenzel erhebliche Defizite beim Verständnis unseres Rechts hat. Für ihn ist es schon eine Straftat, wenn sich ein Staatsanwalt mit ihm befasst und ein Straferfahren gegen ihn eröffnet wird. Und dann beschwert er sich natürlich, wenn seine Spielchen beim zuständigen Staatsanwalt nicht wirken, und dieser unbeirrt seinen Weg geht.


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