Reichling's Blog

Tina Wendt und der Holocaust

Posted in Allgemein by reichling on 05/03/2011

Tina Wendt sieht unsere Geschichte in einem etwas andern Licht als die Historiker. Und so betrachtet sie den schlimmsten Diktator, der je in Europa gewütet hatte, als den „demokratisch gewählten Reichskanzler“, der sich vor allem durch eine umsichtige und kluge Politik auszeichnete, und das Symbol seiner Partei, das Hakenkreuz, als das positivste Zeichen im ganzen Universum.

Und jetzt will sie die Geschichte des Holocaust umschreiben.

In Ihrem Blog ist zu lesen

Beitrag von Tina Wendt

Klickt man das im Beitrag abgebildete Dokument an, sieht man folgendes

Standesamt Arolsen

Das Standesamt Arolsen, eigentlich ein Sonderstandesamt, arbeitet eng mit dem ebenfalls in Arolsen ansässigen ITS (International Tracing Service bzw. Internationaler Suchdienst des Internationalen Roten Kreuzes) zusammen. Es beurkundet belegte Todesfälle in Konzentrationslagern. Belegt heißt in diesem Fall, dass die Identität des Toten und der genaue Todeszeitpunkt auf Grund von Unterlagen eindeutig feststeht.

Und weil die Zahlen so schön niedrig sind, stützt sich Tina Wendt auf sie. Und nicht nur Tina Wendt.

Schauen wir uns doch einmal einige Kommentare dazu an.

Kommentare Teil 1

Der erste Schreiber betrachtet das Dokoment von Arolsen als Beweis dafür, dass der Holocaust nicht stattgefunden hat. Aber offenbar hat auch ein Kommentar dieser Darstellung vehement widersprochen. Der Kommentar wurde daraufhin von Tina gelöscht. Jetzt braucht sie nicht mehr zu löschen. Jetzt behält sie sich die Freischaltung jeden Kommentars vor. Deshalb werden wir jetzt nur ihr genehme Kommentare in ihrem Blog finden.

Weitere Kommentare:

Kommentare Teil 2

Der gelöschte Kommentar scheint von „Reichskanzler“ Ebel zu stammen. Man mag ja von Ebel halten, was man will. Aber mit seiner Aussage, Tina Wendt sei eine Schande für Deutschland, trifft er den Nagel auf den Kopf.

Unter den 50 Kommentaren will ich noch einen vorstellen:

Kommentare 3

Hier haben wir es weiß auf schwarz, Tina Wendt leugnet den Holocaust, obwohl es dafür im Internet und auch außerhalb eine Fülle von erdrückenden Beweisen gibt.

Aber jetzt mal zu dem Dokument des Sonderstandesamtes Arolsen. Es ist, entgegen der Vermutung von Ebel, nicht gefälscht, aber dennoch verfälscht. Ein fleißiger Leser meines Weblogs hat nämlich das Sonderstandesamt angeschrieben, und auch eine Antwort bekommen.

Sehr geehrter Herr Xxxx,

wir werden häufig nach der Zahl der beurkundeten Sterbefälle des Sonderstandesamtes gefragt, teilweise weil man anhand unserer Unterlagen auf die Sterbefälle in den Konzentrationslagern insgesamt schließen will.

Diese Schlussfolgerung lassen unsere Zahlen nicht zu.

Wir beurkunden nur Sterbefälle, die, wie es das Personenstandsgesetz fordert, zweifelsfrei feststehen. Eine Todesvermutung reicht dafür nicht aus.

Beweiskräftige Unterlagen für Sterbebeurkundungen zu erhalten ist jedoch schwer, weil in den letzten Kriegstagen viele davon vernichtet wurden. Die Beurkundungstätigkeit des Sonderstandesamtes ist noch nicht abgeschlossen.

Weitere Sterbefälle wurden seinerzeit von den Standesämtern der Sterbeorte beurkundet. Nicht nachzuweisende Sterbefälle wurden da, wo dies erforderlich war, durch Todeserklärungsverfahren geregelt, die beim Standesamt I in Berlin beurkundet werden.

Am 16.01.1984 wurde tatsächlich eine Aufstellung der hier beurkundeten Sterbefälle an einen Interessierten übersandt.

Im Anschreiben und auf der Originalaufstellung waren vermerkt, dass aus den Beurkundungszahlen des Sonderstandesamtes keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Zahl der Toten in den ehemaligen deutschen Konzentrationslagern gezogen werden können. Dieser Hinweis fehlt auf der uns von Ihnen übermittelten Seite. Die Zahlen in der Aufstellung über die hier beurkundeten Sterbefälle treffen zum damaligen Zeitpunkt zu.

Aufgrund missbräuchlicher Verwendung unserer Beurkundungszahlen in der Vergangenheit, ist deren Weitergabe an Dritte seit einigen Jahren grundsätzlich eingestellt worden.

Über die tatsächliche Zahl der Toten in den Konzentrationslagern haben wir keine Unterlagen.

Wir hoffen, Ihnen mit dieser Antwort gedient zu haben und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Butterweck,

Standesbeamter

Zur Verdeutlichung habe ich einiges fett dargestellt.

Über die tatsächlichen Opferzahlen in den Konzentrationslagern hat das Sonderstandesamt Arolsen also keinerlei Informationen.

Aber schauen wir uns doch mal das KZ Dachau an.

In der Aufstellung des Sonderstandesamtes sind 18.451 Tote erwähnt. Dies entsprach dem Erkenntnisstand von 1984. Inzwischen sind einige Beurkundungen hinzugekommen, so dass in Arolsen insgesamt 18.741 tote Häftlinge beurkundet sind.
Hinzu kommen noch die Zahlen der Standesämter
Dachau 3.486 Tote,
eigenes Standesamt KZ Dachau 8.948 Tote,
Prittlbach 489 Tote,
weitere Standesämter von Gemeinden, in denen sich Außenstellen und Nebellager des KZ Dachau befanden 705 Tote.
Die Gesamtzahl der in Dachau und Nebenstellen beurkundeten Todesfälle beläuft sich demnach auf 32.369.

Ab 1942 wurden getötete oder vertorbene Juden nicht mehr registriert, und seit Oktober 1943 auch keine Sterbefälle von sowjetischen und polnischen Gefangenen, so dass die Gesamtzahl der Toten wesentlich höher ist, als aus den Standesamtsakten ersichtlich.

In diesen Zahlen sind ca. 4000 sowjetische Kriegsgefangene nicht enthalten, die in den Jahren 1941 und 1942 erschossen worden sind. Weitere 1181 verstorbene Häftlinge in den Außenkommandos und Nebenlagern wurden nicht beurkundet. Sie müssen noch dazu gezählt werden. Insgesamt dürfte die Zahl der Toten in Dachau deutlich über 40.000 gelegen haben.

In den anderen Konzentrationslagern dürften die Verhältnisse ähnlich gewesen sein.

Die Todesursache war unterschiedlich. Neben Hinrichtungen sind viele Häftlinge schlicht verhungert, oder starben an Krankheiten, die sie sich unter den Lagerbedingungen zugezogen haben, und die vom NS-Regime bewusst in Kauf genommen wurden. Eine ihrer Erkrankung entsprechende Behandlung wurde den Kranken verweigert.

Völlig vergessen hat Tina Wendt die Toten in den Vernichtungslagern, die nirgends registriert wurden. So kamen in Treblinka und in Auschwitz-Birkenau jeweils über eine Million Menschen ums Leben. Und das waren nicht die einzigen Vernichtungslager.

Es gibt keine begründete Zweifel an der Massenvernichtung der jüdischen Bevölkerung in Europa durch die Nazis. Wer dies bestreitet, beleidigt die Opfer, beleidigt die Überlebenden und die Nachkommen, auf das schwerste. Es hat schon seinen Grund, warum die Leugnung der Verbrechen der Nazis in einer Art und Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, in Deutschland strafbar ist.

Und Tina Wendt wird sich schon bald wegen dieser und ähnlicher Behauptungen vor Gericht verantworten müssen. Zur Zeit sammelt sie fleißig Straftatbestände für die Staatsanwaltschaft.

Sie hat ja ein sehr hübsches Gesicht. Aber es scheint mehr eine Maske zu sein. Und darunter kommt eine extrem hässliche Nazifratze zum Vorschein.

Tina Wendt wurde das Dokument des Standesamtes Arolsen aus Russland zugespielt, wie sie schreibt. Und sie fand keinen Grund, die Angaben zu bezweifeln. Es ist nun mal so, was Tinas Vorstellungen entspricht, wird nicht bezweifelt. Aber sobald ihr jemand widerspricht, ist er ein Lügner.

Beweise für das, was ich hier angeführt habe, findet man im Internet zuhauf. Man muss eben nur suchen, und das, was man findet, auch prüfen.

==============================================================================================================

Nachtrag

Nicht nur ich frage mich, weshalb Tina Wendt und Konsorten so lange offenbar ungestört von der Staatsmacht der Bundesrepublik Deutschland ihren Dreck im Internet und sonstwo verbreiten können. Ein Leser dieses Blogs hat kürzlich den Rechtsanwalt eines von Tina Wendt angegriffenen Politikers kontaktiert. Und er bekam auch eine Antwort.

Die Veröffentlichungen dieser „Reichsregierung“ sind mir mittlerweile bekannt. Ich möchte aber dieses Pack nicht dadurch aufwerten, dass ich mich mit denen auseinandersetze.

Selbst ganze Romane wären nicht ausreichend, derartigen Unfug auch nur annähernd passend zu kommentieren.

Frau Wendt & Co. haben es leider versäumt, mit dem letzten Deutschen Reich zugrunde zu gehen.

Es handelt sich schlichtweg um Geisteskranke, weshalb ich es mit der Eiche halten werde, die sich einfach nicht daran stört, wenn eine Wildsau sich an ihr reibt.

Ich muss dem doch vehement widersprechen. Wildschweine (Sus scrofa) sind sehr intelligente, soziale Tiere. Sie haben es nicht verdient, mit Tina Wendt verglichen zu werden.